„Griesheim hilft“ – Eifrige Nähbienen engagieren sich

von links) Martina Jäger, Claudia Bajus, Birgit Hofmann-Wust, die sich im Rahmen der Gruppe „Griesheim hilft“ mithilfe des Masken-Nähens für Griesheim ehrenamtlich einsetzen
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Viele erinnern sich noch gut an die ersten Eindrücke der Corona-Pandemie. Die ersten Einrichtungen mussten schließen und der Markt für Schutzausrüstung wie Mund-Nasen-Schutz war leer gefegt. Als sie selbst auf die Suche nach Masken für den Privatgebrauch ging, war das Angebot rar, berichtet Claudia Bajus. In bereits bestehenden Facebook-Gruppen, erzählt sie, wurde es zunehmend schwieriger als Privatperson gehört zu werden, da die Bedarfe in Einrichtungen immer größer wurden.

In einer Nacht-und-Nebel-Aktion habe sie daher mit ihrer guten Freundin Martina Jäger bereits Mitte März beschlossen, selbst aktiv zu werden und eine entsprechende Facebook-Gruppe ins Leben zu rufen. Seitdem wuchs „Griesheim hilft – Wir nähen Behelfs-Mund-Nasen-Masken“ kontinuierlich und zählte zuletzt 558 Mitglieder. Sie wurde zur Plattform für Privatpersonen, die eine Maske für sich und Familienmitglieder suchen. Hinter der Gruppe stehen Claudia Bajus und Martina Jäger, als ehrenamtliche Organisatorinnen und Näherinnen. Unterstützt werden sie von weiteren ehrenamtlichen Näherinnen, die sich liebevoll „Nähbienen“ nennen. Insgesamt konnten so bereits rund 2500 Alltagsmasken unentgeltlich genäht und an Anfragende übergeben werden. Jede Näherin näht eine andere Form, sodass Anfragen mit einem breiten Angebot bedient werden können, auch wird zwischen unterschiedlichen Passgrößen je nach Alter unterschieden. Zu diesem Erfolg trugen zudem viele Stoffspenden bei, aus denen „Jerseynudeln“ für die Ohrenhalterung oder die Mund-Nasen-Bedeckung hergestellt werden. Durchschnittlich hätten sie so die Anfragen innerhalb von ein bis zwei Tagen bearbeiten können, das habe die Abnehmer*innen begeistert.

Die Begeisterung und den Dank haben viele mit Geschenken ausdrücken wollen, doch außer Schokolade wollte sie nichts annehmen, berichtet Claudia Bajus schmunzelnd. „Vor allem bestand der Wunsch etwas Gutes zu tun und die Zeit, die wir ohnehin Zuhause verbringen müssen, sinnvoll zu nutzen“, erzählt sie weiter. Doch die Nachfragen etwas im Gegenzug spenden zu wollen wurden mehr, sodass sich Claudia Bajus mit Birgit Hofmann-Wust in Verbindung setzte. Hofmanns Gartenfest, das sonst im Mai stattgefunden hätte, muss dieses Jahr aufgrund der Pandemie pausieren. Hier wurde jährlich Kaffee und Kuchen für den guten Zweck verkauft und der Erlös an das Seniorenzentrum Haus Waldeck gespendet. Als die beiden sich austauschten wurde ihnen klar, dass an dieser Stelle eine Brücke geschlagen werden könnte. Griesheimer Nähbienen nähen für Griesheimer Bürger*innen (und inzwischen auch für das Tierheim Pfungstadt und die Nieder-Ramstädter Diakonie) und wer möchte, kann seinen Dank in Form einer Spende an das Griesheimer Seniorenzentrum Haus Waldeck ausdrücken. Für mehr Transparenz und als Akt der Wertschätzung fotografiert Birgit Hofmann-Wust jeden Umschlag mit dem entsprechenden Betrag und stellt das Foto in der Facebook-Gruppe ein. Doch zählen wolle Birgit Hofmann-Wust den Gesamtbetrag erst am Ende, um die Spannung zu erhalten. Sofern das Pandemie-Geschehen weiter zurückgehe und Veranstaltungen wieder möglich werden, solle das gebührend mit einem Hoffest gefeiert werden. Der Erlös dieses Hoffestes werde dann gemeinsam mit dem Spendenbetrag für die Alltagsmasken an das Seniorenzentrum Haus Waldeck übergeben.

In den vergangenen Jahren war es möglich, dem Seniorenzentrum Haus Waldeck mithilfe der Spenden diverse Anschaffungen zu tätigen, die im Rahmen des Wirtschaftsplans nicht möglich wären. Vor allem sei ihr daran gelegen, so Hofmann-Wust, dass mit den Spenden zur Geselligkeit und Aufenthaltsqualität der Haus Waldeck Bewohner*innen beigetragen wird. So wurde in vergangenen Jahren beispielsweise ein Outdoor-Kegelspiel oder eine gemütliche Sitzbank angeschafft.