Im edlen Zwirn aufs Denkmal – Maßanzug statt Uniform

Foto: Daniel Baldus
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Kampagne „Kleider machen Leute” würdigt Corona-Helden des Alltags

„ICH-DENKMAL wenn alle Bürgerinnen und Bürger sich an die Maßnahmen der Regierung halten, dann haben wir eine reelle Chance, die Pandemie bald hinter uns zu haben“. So argumentiert Uwe Scholz, (56) Wachpolizist des Landes Hessen und im Einsatz für das Polizeipräsidium Frankfurt, Direktion Flughafen.

Seit 2002 ist der Vater von zwei Kindern (24 und 12J) im Einsatz. Er und seine Kollegen*innen müssen immer wieder neue Situationen meistern und schnell reagieren, um Straftaten zu verhindern, Gefahren abzuwehren und die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrechtzuerhalten. Zu den Aufgaben der Wachpolizei zählen die Sicherung von Objekten, die Durchführung von erkennungsdienstlichen Maßnahmen, Tatortarbeit, Unterstützung bei Abschiebungen und Vorführungen (Durchführung von Transporten), die Verkehrsüberwachung, Dienste bei Großveranstaltungen oder Fußstreifen.

Scholz hat während seiner vorherigen beruflichen Verwendung als Rettungsassistent beim Deutschen Roten Kreuz in Hofheim am Taunus, eine vierwöchige Ausbildung zum staatlich geprüften Desinfektor absolviert.

Während der ersten „Corona-Welle“ wurde er der zuständigen Stelle für Arbeitsschutz im Polizeipräsidium Frankfurt am Main vorübergehend zugewiesen. Hier war er für eine schnelle Konzeptentwicklung, sowie die entsprechende Unterweisung der Kollegen für erforderliche Desinfektionsmaßnahmen an den sogenannten „Führungsund Einsatzmitteln“ der Polizei zuständig. Zu diesen gehören, neben den Ausrüstungsgegenständen der Ordnungshüter, wie zum Beispiel Koppel, Schutzweste, Dienstwaffen und Helme, auch die Einsatzfahrzeuge.

Abstand, Hygiene, Alltagsmasken. Diese Formel kann helfen das Virus einzudämmen. Das sehen nicht alle Bürger*innen so: Deshalb gibt es auch hin und wieder bei Kontrollen Menschen, die keinen Abstand halten, keine Schutzmasken tragen und sich der Obrigkeit widersetzen. Gerade in Frankfurt kam es in der Vergangenheit zu Demonstrationen und Ausschreitungen.

Leidtragende sind oftmals die Frauen und Männer in Uniform die sich dafür einsetzen, dass die Stadt sauber und sicher bleibt. Ganz egal ob bei der Feuerwehr, Polizei oder den Rettungskräften. Sie werden beschimpft, bespuckt oder beleidigt. Immer weniger Anerkennung, Respekt und Wertschätzung bleibt ihnen.

Deshalb haben Maßschneider Stephan Görner und PR- und Eventprofi Sven Müller ein Zeichen gesetzt und haben stellvertretend für die vielen Uniformträger*innen den Wachpolizisten Uwe Scholz als Coronaheld des Alltags für die Kampagne „Kleider machen Leute“ ausgezeichnet.

Daniel Baldus fotografierte ihn zunächst in Uniform im Einsatz bei Kontrollen an der Alten Oper Frankfurt und anschließend auf dem ICH-Denkmal an der Gerbermühle. Im schicken Maßanzug von Herrenausstatter Stephan Görner fühlte Scholz sich sichtlich wohl und hatte viel Spaß als Fotomodel.

Erfahrungen mit Anzügen hat Scholz nur gelegentlich bei Auftritten mit seiner „Classic Rock & Pop Coverband“, The BUBBLES. Als Schlagzeuger und zweiter Stimme der Gruppe trägt er hierbei extrovertierte Jacketts oder Hosen.

Das Leuchtturmprojekt der Kampagne ist die Charity-Veranstaltung „Kleider machen Leute“. Diese sollte ursprünglich am 14. November 2020 stattfinden. Die Initiatoren haben sie aufgrund der Pandemie auf den 23. Januar 2021 verlegt. Sicher ist dieser Veranstaltungstag aber noch nicht. Nur wenn die täglichen Neuinfektionen zurückgehen haben wir eine kleine Chance, den Event durchzuführen sagt Sven Müller, der sich auf alle Eventualitäten eingestellt hat.

Wachpolizist Uwe Scholz ist dann auf jeden Fall mit von der Partie. Denn die Corona-Helden des Alltags stehen im Fokus der Veranstaltung und werden entsprechend gewürdigt.

Fotos: Daniel Baldus