Vortrag Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung

Am Montag, 13. November 2017, hatte die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Griesheim, Karin Hofmann, in Kooperation mit der Volkshochschule der Landkreises Darmstadt-Dieburg zu dem Vortrag „Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung“ eingeladen. Rechtsanwalt Martin Wahlers, Fachanwalt für Erbrecht, Familienrecht und Versicherungsrecht, informierte ausführlich über das Thema, bei dem in der Bevölkerung nach wie vor viel Unsicherheit besteht.

Die Frage „Wer kümmert sich um mich und meine Angelegenheiten, wenn ich mich selbst nicht mehr kümmern kann?“ stellt viele Menschen vor eine Herausforderung. Für den Fall, dass die Geschäftsfähigkeit eingeschränkt oder selbstverantwortliches Handeln wegen eines Unfalls oder einer schweren Krankheit nicht mehr möglich ist, stellen Verfügungen/Bevollmächtigungen eine sinnvolle Vorsorge dar. Zentrale Begriffe sind hier: Patientenverfügung, Betreuungsverfügung, Organverfügung und Bestattungsverfügung. Zunehmend mehr Menschen aller Altersgruppen erkennen die positive Bedeutung solcher Urkunden. Ärzte, Behörden sowie Banken und Versicherungen akzeptieren immer bereitwilliger die in den Urkunden zum Ausdruck gebrachten Wünsche. Hier ist jedoch zu beachten, dass Banken eigene Vordrucke für Vollmachten haben.

Rechtsanwalt Martin Wahlers berichtete in seinem Vortrag insbesondere auch über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Verfügungen und verdeutlichte die Fehler, die bei der Ausstellung der verschiedenen Verfügungen gemacht werden können und die damit verbundenen Risiken.

In jedem Fall sollte sehr gut überlegt werden, wer als Betreuungsperson bestimmt wird und umfassende Vollmachten erhält, damit die Angelegenheiten dann auch tatsächlich nach den Wünschen der/des Vollmachtgebenden geregelt und umgesetzt werden. Aber auch die/der Bevollmächtigte muss sich der Verpflichtungen und den Risiken bewusst sein, die damit übernommen werden. Wichtig ist, dass die Vollmacht unkompliziert ist und die Umsetzung jederzeit funktioniert. Gibt es mehrere gleichberechtigte Bevollmächtigte, greift das Einstimmigkeitsprinzip und wenn bei bestehenden Streitigkeiten unter den Bevollmächtigten keine Einstimmigkeit erzielt werden kann, ist damit die Vollmacht „lahmgelegt“.

Im Übrigen besteht die Möglichkeit, Vorsorgeverfügungen beim Zentralen Vorsorgeregister der Notarkammer gegen ein geringes Entgelt registrieren zu lassen.

Am Montag, 4. Dezember 2017, findet eine weitere Informationsveranstaltung mit Rechtsanwalt Martin Wahlers zu dem Thema „Mit oder ohne Trauschein, Rechtliche Folgen für Paare in allen Lebenslagen“ statt, zu dem die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Griesheim in Kooperation mit der Volkshochschule des Landkreises Darmstadt-Dieburg alle Interessierten herzlich einladen.

Für Fragen steht Ihnen die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Griesheim, Karin Hofmann, Telefon 06155 701155, gerne zur Verfügung.