Stellungnahme zu Sanierungsideen des Riedhofs

Seit einigen Wochen ist im Zusammenhang mit der zukünftigen Gestaltung des westlichen Ortseingangs von Griesheim auch das Gebäude des ehemaligen Riedhofs Stadtgespräch von Griesheimer Bürgerinnen und Bürgern. Vielen ist das Gebäude bekannt als „Goldene Insel“ in der Schulgasse. Vernehmbar ist hier auch immer wieder die Idee einer Sanierung und Erhalt des Gebäudes.

Bürgermeister Krebs-Wetzl gab hierzu im Rahmen der letzten Magistratssitzung einige Hintergrundinformationen. „Viele Menschen hat die Nachricht, dass es Pläne zum Abriss des Riedhofes gibt, mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Sie kennen den Riedhof noch aus Tagen, als er noch in Betrieb war und anders da stand als heute.“, berichtet Bürgermeister Krebs-Wetzl.

Das Gebäude wurde von der Stadt Griesheim im Jahr 2001 im Hinblick auf eine stadtplanerische Entwicklung gekauft, die auch auf den Abriss hinzielte. Die damaligen Miet-und Pachtverhältnisse wurden seinerzeit nur noch fortgeführt, bis größere Unterhaltungsarbeiten notwendig geworden waren. Schon im Jahr 2009, also vor 10 Jahren, wurde dann das Gasthaus vom Mieter geräumt und das Lokal aufgegeben. Seit dieser Zeit steht das Gebäude leer. Instandhaltungsmaßnahmen wurden seither auch nicht mehr getätigt. Vielmehr wurde schon im Jahr 2013 eine Abbruchgenehmigung erwirkt. Diese wurde auch regelmäßig verlängert und ist noch immer gültig.

„Eine stadtplanerische Neugestaltung des westlichen Ortseingangs ist angedacht und auch wichtig, da diese auch eine Verlängerung der Straßenbahnlinie ermöglichen kann. Für diese Maßnahme zur Verbesserung des ÖPNV werden entsprechende Flächen für die Wegführung benötigt.“ erläutert der Bürgermeister weiter. „Aber unabhängig von der späteren Gestaltung des Ortseingangs West, für die es ja noch keine entsprechenden Planungen gibt, ist es jetzt nicht mehr möglich, die Gebäudeanlage Riedhof mit vertretbarem Aufwand wieder einer Nutzung zuzuführen.

Der Gebäudekomplex wäre bei der Aufgabe seiner Nutzung im Jahr 2009 schon instandhaltungsbedürftig gewesen. Jetzt – nach 10 Jahren Leerstand ohne jede Unterhaltung – ist eine Wiederaufnahme der Nutzung mit vertretbarem wirtschaftlichen Aufwand nicht mehr möglich.“, so der Bürgermeister. Bei einer erst kürzlich durchgeführten baufachlichen Begutachtung durch die Bauingenieure der Stadtverwaltung hat sich zudem gezeigt, dass ergänzend zu den erheblichen Schäden der Bausubstanz auch zusätzlich weiterer Schimmelbefall aufgetreten ist. Feuchtigkeit und mangelnde Lüftung haben zu dieser Schimmelbildung geführt. Im Gebäudeinneren hat der Verfall bereits massiv eingesetzt.

Die Belastung durch den Verkehr, besonders der  Schwerlastverkehr und Salzwasser, haben dem Gebäude und der Statik sowie dem Sandsteinsockel zugesetzt. Hier wären äußerst aufwändige Sanierungsmaßnahmen notwendig. Die kompletten Versorgungsleitungen, die Fenster und der Außenputz sind abgängig. Es gibt weiterhin Vandalismusschäden am und im Gebäude.

„Der Erhalt des Gebäudes in jedweder denkbaren Planung ist daher wirtschaftlich absolut nicht mehr vertretbar“, fasst Bürgermeister Krebs-Wetzl abschließend zusammen.