Leserbrief zum Freibad Unser Freibad. Unser Hallenbad.

Die Kooperationsparteien CDU, Grüne, WGG und FDP lehnen einen Neubau des Schwimmbads ab und setzen auf eine Sanierung, die das Schwimmbad mindestens 15 Jahre halten soll. Parallel gibt es Überlegungen Frei- und Hallenbad an einem anderen Ort zusammenzulegen  (siehe Bericht im Echo).

Dazu ein Leserbrief von Werner Rausch:

Bis zum Samstag den 16. März ging ich davon aus, dass der Magistrat und das Stadtparlament ein neues Freibad wollen, weil das die „wirtschaftlichste“ Lösung ist. Die vom beauftragten Fachbüro vorgelegte günstigste Variante liegt bei 8 bis 9 Millionen Euro. Jetzt soll das „marode“ Freibad 15 Jahre weiterbetrieben werden, weil alle von den hohen Investitionen überrascht sind. Als Griesheimer Bürger und Wähler hätte ich gern die folgenden Fragen von meinen parlamentarischen Vertretern geklärt.

  • Kostet das neue Freibad 8 Millionen oder 9 Millionen? Kann man einen Festpreis vereinbaren. Das würde Risiken abfangen. Welche Fördertöpfe kann man anzapfen?
  • Muss man den Standort beibehalten? Kann man das innerstädtische Grundstück „teuer“ verkaufen und „preiswerter“ am Stadtrand bauen? Wieviel Geld würde das bringen?
  • Wie viel kostet der Betrieb des Freibades unter den jetzigen Bedingungen? Wieviel kostet der Betrieb eines neuen Freibades? Wie hoch sind die Einnahmen? Wie hoch sind die Zuschüsse „alt“ und „neu“? Dann könnte man sagen, was wirtschaftlicher ist. Das Alte weiterbetreiben oder neu bauen. Man darf nicht nur auf die Investitionen schauen. Die sind über die Abschreibungen in den Betriebskosten enthalten.
  • Sind Edelstahlschwimmbecken langfristig günstiger als andere Lösungen, z. B. neu fliesen. Wo liegen die Vorteile, wo die Nachteile. Ab wann ist ein Edelstahlschwimmbecken kostengünstiger. Gibt der Lieferant die Garantie, dass das Schwimmbecken auch so lange hält, ohne zu korrodieren? Wird z. B. nicht ständig genügend Frischwasser zugeführt, bilden sich Salze, die auch den Edelstahl angreifen.
  • Kombinierte Hallen- und Freibäder könnten teurer sein, als getrennte Lösungen. Das müsste auch einmal durchgerechnet werden, bevor hier eine Entscheidung fällt. Welche Teile der Technik vom jetzigen Hallenbad könnten im neuen kombinierten Bad weiterverwendet werden? Wie viel bringt ein Verkauf des Hallenbadgeländes?
  • Das Freibad soll noch 15 Jahre weiter betrieben werden. Die Entscheidung, ob man neu baut, weiter betreibt oder kein Freibad mehr nutzt, soll in 2035 fallen. Weil wir nicht wissen, ob es der Stadt in 15 Jahren besser oder schlechter geht, sollten wir uns vor der Entscheidung heute nicht drücken. Die Entscheidung sollte aber auf transparenten und nachvollziehbaren Unterlagen beruhen. Wenn sich unsere Vertreter nicht so richtig trauen, diese Entscheidung zu treffen, kann man das den Bürgern im Rahmen eines Bürgerbegehrens/-bescheides übertragen.
  • In dem Zusammenhang könnten wir auch entscheiden, wofür wir die 5 Millionen einsetzen, die uns das Land vor kurzem geschenkt hat (vgl. den vorletzten Griesheimer Anzeiger). Vielleicht für ein neues Freibad.
  • Wenn die 5 Millionen und die Zuschüsse aus anderen Fördertöpfen nicht reichen, steht ja immer noch mein Angebot vom Sommer letzten Jahres, dass die Griesheimer der Stadt Geld zu niedrigen Zinsen leihen. Bringt immer noch mehr wie auf dem Sparbuch.