Hessischer Archivpreis 2018 geht an das Stadtarchiv Griesheim

Das Stadtarchiv Griesheim wurde im Rahmen des 41. Hessischen Archivpreises am 7. Juni 2018 in Fritzlar mit dem Hessischen Archivpreis 2018 ausgezeichnet. Der von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und dem Land Hessen gestiftete und gemeinsam mit dem Landesverband Hessen im Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V. (VdA) ausgelobte Hessische Archivpreis ist mit 5.000 Euro dotiert. Wie die stellvertretende Geschäftsführerin der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Nicole Schlabach, in ihrer Laudatio betonte, wird dem Stadtarchiv Griesheim der Preis aufgrund seiner herausragenden Verdienste im Rahmen des Kulturgutschutzes und der Archivierung von Schriftquellen und Dokumentationsgut zuerkannt . Sie lobte die vorbildliche Arbeit der Archivleiterin Dr. Ines Wagemann, die mit hohem persönlichen Einsatz und Sachverstand eine hervorragende Betreuung des Archivs gewährleiste.

Mit dem Hessischen Archivpreis wollen die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen wie auch der VdA Hessen auf die Bedeutung von Archiven und deren Sammlungsbestände für die orts- und regionalgeschichtliche Forschung sowie für die Aufarbeitung gesellschaftspolitischer und kultureller Fragestellungen hinweisen. Ein weiteres Anliegen ist die besondere Rolle der hessischen Archive mit ihren in der Öffentlichkeit oft wenig beachteten Aufgaben für die Bewahrung und Erschließung von Behördenschriftgut.

Die Jury hat sich daher uneingeschränkt der Begründung des eingereichten Vorschlags angeschlossen, wonach die Stadt Griesheim in bemerkenswertem Maße der Pflichtaufgabe, ihr schriftliches Kulturgut zu bewahren, nachkommt. Sie hofft, mit der Preisverleihung auch ein Zeichen für den erforderlichen weiteren Ausbau des kommunalen Archivwesens in Hessen zu setzen. Zusätzlich zu der gestrigen Preisverleihung im Rahmen des Hessischen Archivtages soll es – voraussichtlich nach den Sommerferien – einen Vororttermin zur Würdigung des Preisträgerarchivs geben.

Mitglieder der Jury waren die Vorsitzende des VdA Hessen, Dr. Brigitte Streich vom Stadtarchiv Wiesbaden, der Vorsitzende des Verbandes hessischer Kommunalarchivare, Dr. Christoph Waldecker vom Stadtarchiv Limburg, Prof. Dr. Andreas Hedwig vom Hessischen Staatsarchiv Marburg, Dr. Barbara Trosse vom Hessischen Staatsarchiv Darmstadt, Dorothee Goeze vom Herder-Institut Marburg, Peter Maresch vom Kreisarchiv Hochtaunuskreis, Dr. Katrin Marx-Jaskulski vom Hessischen Landesarchiv – Personenstandsarchiv, Bernd Breitenbach vom Landeskirchlichen Archiv Kassel und Nicole Schlabach von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen.

Preisträger der vergangenen Jahre waren der Archivverbund Langgöns-Grünberg (2012), das Stadtarchiv Rüsselsheim (2013), das documenta Archiv Kassel (2014), das Kreisarchiv des Hochtaunuskreises in Bad Homburg (2015), das Stadtarchiv Bad Soden-Salmünster (2016) und das Dokumentationsarchiv des Deutschen Widerstandes 1933-1945 in Frankfurt (2017). Der Hessische Archivpreis wird seit 2006 vergeben.

Die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen wurde am 9. November 1989 als „Hessische Sparkassenstiftung“ errichtet. Seit 1992 haben sich die Thüringer Sparkassen an der Aufbringung des Stiftungskapitals beteiligt, das derzeit gut 30 Mio.Euro beträgt. Stifter der gemeinschaftlichen Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen sind neben den 49 Sparkassen in beiden Bundesländern die Landesbank Hessen-Thüringen sowie die SV SparkassenVersicherung.

Die gemeinsam errichtete Stiftung ergänzt auch die vielfältigen Förderaktivitäten der derzeit 63 Stiftungen, die von Sparkassen in Hessen und Thüringen errichtet worden sind und die sich vorwiegend lokalen Aufgaben widmen. Mit ihren insgesamt über 700 Sparkassen-stiftungen sieht sich die Deutsche Sparkassenorganisation als größter nicht-staatlicher Förderer von Kunst und Kultur.