Bürgerbeteiligung Konversion Süd-Ost – Vorbereitungen der Projektwerkstatt

Foto: Stadt Griesheim

Ein wichtiger Bestandteil zu Vorbereitung der Umnutzung der ehemals militärisch genutzten Flächen im Griesheimer Südosten ist die Beteiligung der Bürgerschaft. Die vier Arbeitsgruppen der Projektwerkstatt haben verschiedene Punkte ausgearbeitet und stellen diese an der Bürgerversammlung, am 22.06.2017, der Griesheimer Bevölkerung zur Diskussion und Kritik.

Intensive und anfänglich auch kontroverse Debatten wurden beispielsweise in der Arbeitsgruppe „Verkehrserschließung und ruhender Verkehr“ geführt, die auf Grundlage der gegebenen Rahmenbedingungen zu einer gemeinsamen Diskussionsbasis mit zentralen Zielen führten. Hierbei stand immer die Anwohnerschaft im Vordergrund, für die die Wohn- und Aufenthaltsqualität in den Wohnquartieren zu erhöhen ist und auch der Umweltverbund (Fuß, Rad, ÖPNV), der durch geeignete Maßnahmen attraktiver zu gestalten ist. Auch soll der motorisierte Verkehr, bei weiterer Beachtung zukünftiger Verkehrskonzepte für ganz Griesheim, aus den Wohngebieten fern gehalten werden.

Auf dieser Basis wurden eine Reihe von Planungszielen und Richtlinien erarbeitet, die am kommenden Donnerstagabend vorgestellt werden. Von der Arbeitsgruppe „Soziale und gewerbliche Infrastruktur“ wurde auch das Thema „Umgang mit der Geschichte des Quartiers“ bearbeitet, dass im Nachnutzungskonzept bisher noch nicht enthalten ist. Das Quartier entsteht nämlich nicht auf der „Grünen Wiese“, sondern hat eine besondere Geschichte mit einigen Höhen und vielen Tiefen. Im Moment sind noch verschiedene bauliche Spuren der Geschichte vorhanden, wie Gebäude, Grünanlagen, Straßenzüge und Materialien. Sollten diese völlig entfernt werden, würde der Verbindungsfaden zur Geschichte unwiederbringlich zerstört. Neben den historischen Spuren fördert auch eine soziale Infrastruktur die Verbundenheit mit dem Quartier.

Nichtstörende Einrichtungen wie Gastronomie, Krabbelgruppen etc. könnten dazu in den Erdgeschossen der einzelnen Gebäude integriert werden. Auch die Einrichtung des inklusiven Wohnprojektes ist begrüßenswert. Ziel der Arbeitsgruppe „Öffentliche Frei-, Grün- und Freizeitflächen“ ist es, durch Anregungen zu einem grünen Bebauungsplan beispielhaft und zukunftsorientiert die Entstehung eines lebendigen und lebenswerten Wohnquartiers zu unterstützen.

Als konkretes Beispiel wird die Arbeitsgruppe ein Konzept zum Umgang mit Pflanzen in der Stadt (z. B. Baumpflanzungen) präsentieren. Im Zusammenhang mit dem Klimawandel werden einige Effekte, wie z. B. Temperatur, Frischluftzufuhr und Immissionen, erheblich an Bedeutung gewinnen. Deshalb versucht diese Arbeitsgruppe bisher übliche Maßnahmen zur Planung und Umsetzung „Grün in der Stadt“ zu ergänzen, insbesondere Vorschläge und Hinweise zu geben, um die Vorgaben im Bebauungsplan entsprechend zu beeinflussen und um den Effekt des Klimawandels im Kleinen (Wohnquartier) abzumildern.

Die Arbeitsgruppe „Wohnungsbebauung/Besondere Wohnformen“ legte besonderen Wert auf ein soziales Quartier – „Wohnungsbau für Alle“. Ein gesunder Mix der verschiedenen Wohnbauformen könnte auf der heutigen Konversionsfläche entstehen. So zum Beispiel 4 Zimmerwohnungen auf einer Ebene, Reihenhäuser und das Inklusionsprojekt mit Begegnungsstätte für alle Bürgerinnen und Bürger. Die Bildung eines Gestaltungsbeirats für das Quartier, sowie das Formulieren einer Gestaltungssatzung sind ebenfalls Themen dieser Arbeitsgruppe.

Ab Mitte nächster Woche können Sie vorab die Dokumente der Arbeitsgruppen zur Einsicht auf der Beteiligungsplattform www.griesheim-gestalten.de einsehen. Sie haben Ideen und Anregungen? Diese werden in die Erarbeitung von Empfehlung für Politik und Verwaltung miteinbezogen. Nutzen Sie die Möglichkeit, sich direkt mit den Mitgliedern der Projektwerkstatt am Donnerstagabend auszutauschen. Oder schreiben sie uns einfach auf www.griesheim-gestalten.de .